Analysen

Das aufregende Tennisjahr des Alexander Zverev

Das Jahr begann für Deutschlands junge Tennishoffnung holprig, doch im Saisonfinale konnte Alexander Zverev beweisen, dass er mit den Großen mithalten kann. Viele Experten ziehen schon den Vergleich zu Boris Becker. Nach einem aufregenden Jahr mit Höhen und Tiefen inklusive Trainerwechsel, beendet Zverev die Spielzeit auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Wir werfen einen Blick zurück auf das Tennisjahr 2018 von Alexander Zverev.

Durchwachsener Saisonbeginn

Beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres startete Zverev durchwachsen in die neue Saison. Bei den Australian Open scheiterte nach Siegen gegen Thomas Fabbiano und Peter Gojowczyk in der dritten Runde an dem aufstrebenden Chung Hyeon. Später schaltete der Südkoreaner auch Novak Djokovic aus und verlor erst im Halbfinale gegen Roger Federer. Im kommenden Jahr fährt Zverev als Mitfavorit nach Australien. Betway listet den Deutschen mit einer Quote von 10,00 (Stand 7.12.) auf den Turniersieg. Nur Djokovic, Nadal und Federer weisen hier bessere Chancen auf. Zwar konnte Zverev sein frühes Ausscheiden bei den Australian Open 2018 mit zwei starken Spielen im Davis Cup lindern, allerdings sorgte Trennung von seinem Coach Juan Carlos Ferrero mitten in der Saison für weitere Dissonanzen. Vor allem Spekulationen über die Gründe der Trennung sorgten für unnötige Ablenkung.

Zverev findet zu alter Form zurück

Aber auch ohne Coach fand Zverev wieder zu seiner Vorjahresform zurück. Zunächst konnte er beim Miami Masters John Isner im Finale bezwingen. Auf Sandplatz besiegte er dann bei den BMW Open in München Philipp Kohlschreiber und auch beim Masters in Madrid konnte er sich den Titel im Endspiel gegen Dominic Thiem sichern. Dabei blieb er im gesamten Turnier ohne Satzverlust. Erst am 20. Mai beim Masterfinale in Rom musste sich Zverev erstmals seit 13 Spielen wieder geschlagen geben. In einem hart umkämpften Spiel unterlag der Vorjahressieger dem Spanier Rafael Nadal nach drei Sätzen. Mit diesem Ausrufezeichen fuhr der Shooting-Star als Geheimfavorit nach Paris zu den French Open. Allerdings musste er sich nach drei 5-Satz-Spielen in den ersten Runden im Viertelfinale gegen Dominic Thiem geschlagen geben. Der Schweizer spielte ebenfalls eine herausragende Saison.

Weiter kein Glück bei den Grand Slams

Auch beim legendären Rasenturnier in Wimbledon konnte Zverev noch keinen ersten Grand-Slam-Titel feiern. Nachdem er schon in der zweiten Runde Schwierigkeiten im Spiel gegen den Amerikaner Taylor H. Fritz hatte und über fünf Sätze gehen musste, war in der dritten Runde gegen den Letten Ernests Gulbis Schluss. Danach ging es für Zverev in die Vereinigten Staaten. Beim ATP Turnier in Washington besiegte er Alex De Minaur im Finale nach zwei Sätzen. Es folgte das nächste Major-Turnier. Bei den US Open schaffte er es erstmals in die dritte Runde, musste sich dort allerdings seinem Landsmann Philipp Kohlschreiber geschlagen geben. Im Zuge des Turniers stellte Zverev seinen neuen Trainer, Tennislegende Ivan Lendl, vor.

Mit Know-How zum großen Titel

Bei der Verpflichtung des neuen Trainers äußerte der Shooting-Star seine klaren Vorstellungen: Er „habe ihn engagiert, um die größten Turniere zu gewinnen“ berichtet die Insideout-Tennis. Mit weiteren Teilnahmen an Halbfinalen und Finalen in Shanghai und Basel sowie einem Viertelfinale beim Masters in Paris qualifizierte sich Zverev das zweite Mal für die ATP Finals. In der Londoner O2-Arena sollte der bisher größter Erfolg seiner Karriere folgen. Nach verletzungsbedingter Absage von Rafael Nadal und Juan Martin del Potro ging der Deutsche als drittgesetzter in das Turnier. Trotzdem erwarteten ihn mit Djokovic, Federer und Nishikori noch weitere hochkarätige Gegner im Turnier. Nachdem er von drei Spielen in der Gruppe Guga Kuerten zwei Partien gegen Marin Cilic und John Isner gewinnen konnte, musste er sich lediglich Djokovic in der Vorrunde geschlagen geben. So zog Zverev ins Halbfinale gegen den Schweizer Roger Federer ein. Der Deutsche gab sich gegen die absolute Tennislegende keine Blöße und schickte ihn nach zwei Sätzen nach Hause. Obwohl der Schweizer die vermeintlich bessere Technik hat, wählte Zverev die bessere Strategie. Erstmals zog Zverev ins Finale der ATP Finals ein. Hier wartete kein geringerer als Novak Djokovic. Nachdem der Serbe in der Vorrunde noch die Oberhand behielt, ließ Zverev dem Weltranglistenersten nicht den Hauch einer Chance und fertige auch ihn mit zwei Sätzen im Finale ab. Der Triumph war perfekt und der Deutsche beendete die Saison mit seinem bisher größten Erfolg. Spätestens nach den Weihnachtsfeiertagen muss Zverev wieder voll ins Training einsteigen, denn im Januar stehen die Australian Open an. Hier will der ATP-Champion erstmals ein Grand-Slam-Turnier gewinnen.

Autor

Marco ist Mentaltrainer und interessiert an allem, was zwischen den Ballwechseln in deinem Kopf abläuft. Wenn er mal nicht schreibt, dann analysiert er auf YouTube alte Matches von Stefan Edberg.

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